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BoxCryptor: Sicherer Datenbackup in der Dropbox

Letztens habe ich mich mit einem Kumpel unterhalten und er hat mich gefragt, aus gegebenem Anlass, wie er seine Daten am besten sichern kann. Normalerweise hat er bis gestern Abend hat er alle wichtigen Daten auf seinen USB Stick gespeichert, den er aus Sicherheitsgründen immer bei sich trägt (Schlüsselbund). Die Daten die er bis gestern gesichert hat und die für „ihn“ wichtig sind, sind in der Regel Tabellen, Texte und Familienfotos (Geburtstage, Jubiläen, et cetera).

Um ein Backup-Konzept auf die Beine zu stellen, ist es wichtig zu wissen wie oft man auf seine Daten zugreifen muss und welche Zugriffsmöglichkeiten (USB, Internet) man in der Regel hat. Speichert man seine Passwörter irgendwo ab, macht es keinen Sinn diese hoch verschlüsselt auf externen Festplatten in einem Safe aufzubewahren. Bei solchen Alltags Daten, bietet es sich an diese auf so einem Medium zu speichern, dass man immer bei sich haben kann.

Sind es keine Passwörter, sondern Fotos, dann liegt der Augenmerk darauf, ob man diese „relativ“ oft vorzeigen möchte oder einfach vor dem Zahn der Zeit schützen möchte (digitalisiert). Möchte ich aber meine Fotos zu gegebenen Anlässen zeigen, muss ich eine Möglichkeit haben diese immer bei mir zugetragen – alternativ der Zugriff über das Internet. In dem Fall bietet es sich an, seine Fotos bei einem Internetdienst hoch zu laden um dann jederzeit Zugriff darauf zu haben. Bei Google Picasa hat man die Möglichkeit seine Fotos (bis zu 1 GB Speicherplatz) hoch zu laden, um dann immer Zugriff darauf zu haben oder selektiv ein Album/mehreren Fotos jemandem als Link zuzuschicken.

Man hat die Möglichkeit die Fotos auf privat zu stellen, so dass niemand Zugriff darauf bekommen kann (öffentlicher Link). Diese Einstellung ist standardmäßig schon auf „privat“ gestellt, kann aber auch freigegeben werden um einen bekannten nur den Link zu einem Album schicken zu können. Wer Bedenken hat, dass die Fotos von Google Mitarbeitern eingesehen werden können, der muss dann auf den USB Stick oder die Festplatte zurückgreifen. In der Regel haben jedoch große Unternehmen relativ gute Datenschutzbestimmungen, so dass man einen „offiziellen“ Missbrauch der Daten (Fotos) ausschließen kann.

Eine kostengünstige (weil kostenlos und kostenpflichtig erweiterbare) Möglichkeit, die Daten verschlüsselt im Internet (Cloud) zu sichern, hat ihr mit Dropbox und BoxCryptor. Wie funktioniert das? Diese Möglichkeit habe ich gestern meinen Kumpel auch empfohlen!

Ihr geht auf die Internetseite von Dropbox und registriert euch dort! Danach könnt ihr euch die Software von Dropbox herunter laden und installieren. Bei der Anmeldung habt ihr automatisch 2 GB Speicherplatz kostenlos erhalten. Die installierte Software erstellt euch einen Ordner (zum Beispiel in Eigene Dateien) und sichert alle dorthin kopierten Daten automatisch auf eure Dropbox mit den 2 GB Speicher. Löscht ihr dort eine Datei, wird diese automatisch in Echtzeit in eurer Dropbox gelöscht.

Die Daten sind zwar auf den Servern verschlüsselt, aber der Anbieter hat natürlich (für den Notfall) den Generalschlüssel. Man kann sich zwar jetzt denken „Ich habe doch sowieso nichts zu verheimlichen“, aber meiner Wenigkeit geht es einfach nur ums Prinzip. Um also diese Daten wirklich sicher zu lagern, muss man sie auf seinem Computer verschlüsseln und dann verschlüsselt übertragen. Man kann das entweder mit TrueCrypt machen oder aber man nimmt den einfacheren Weg und entscheidet sich für BoxCryptor.

Nach dem ihr die Software von BoxCryptor installiert habt, habt ihr quasi eine neue Festplatte (deren Laufwerksbuchstaben ihr selber aussuchen könnt, zum Beispiel X:/ ). Hinter diesem Laufwerk steckt die Software und leitet alle dort hin kopierten Daten verschlüsselt in euren Dropbox Ordner (siehe oben) und die Software von Dropbox synchronisiert in Echtzeit diese Daten mit eurem Speicherplatz (2 GB).

Normalerweise würdet ihr auf jeden Rechner, von dem ihr auf euren Speicher zugreifen wollt, die Software von Dropbox installieren. Da wir aber auf Nummer sicher gehen möchten, installieren wir zusätzlich die Software von BoxCryptor, die unsere Daten vor dem hochladen vollautomatisch verschlüsselt. Eine gute Nachricht gibt es auch für Android-Benutzer (+ iPhone, IOS, Linux, etc.), denn dafür hat BoxCryptor auch eine Applikation erstellt, mit der man auf die verschlüsselten Daten zugreifen kann. Erwirbt man die Vollversion, kann man auch die Daten von seinem Smartphone verschlüsselt in seine Dropbox schicken.

Was kostet der Spaß? Die Anmeldungen bei Dropbox (inklusive 2 GB Speicherplatz) kostet euch keinen Cent. Die Software für euren PC von BoxCryptor kostet euch auch keinen Cent, ist aber auf einen verschlüsselten Speicherplatz von 2 GB begrenzt. Das bedeutet, wenn ihr den Speicherplatz bei Dropbox habt, gibt es sowieso nicht mehr als zwei Gigabyte. Im Endeffekt benötigt ihr für den Start lediglich ein bisschen Zeit. Dann könnt ihr bis zu 2 GB Daten verschlüsselt online speichern und natürlich auch auf eurem PC normal darauf zugreifen. Wenn Ihr unterwegs seid (vielleicht bei Verwandten), könnt ihr über euer Android Smartphone ganz einfach auf eure verschlüsselten Daten zugreifen und dem Schwager die aktuellsten Urlaubsfotos unter die Nase reiben.

Man sieht, dass es gar nicht mal so schwierig ist seine Daten im Internet zu sichern, aber diese wenigstens genauso sicher wie auf der eigenen Festplatte aufzubewahren. Wem 2 GB vollkommen ausreichen, der zahlt für diese Lösung keinen Cent. Wenn ihr mehr Speicherplatz benötigt, könnt ihr bei Dropbox durch „Freunde werben“ euren Speicherplatz vergrößern (pro geworbenen Freund gibt es für dich und für den Kumpel jeweils 250 MB geschenkt). Dadurch und durch gelegentliche Aktionen, könnt Ihr euren Speicherplatz kostenlos bis auf 8 GB aufstocken. Damit die Verschlüsselung von BoxCryptor mitmacht (verschlüsselt in der kostenfreien Version maximal 2 GB), müsst Ihr sie käuflich erwerben – das kostet knapp 15 EUR. Dafür könnt ihr dann aber auch den kompletten Dropbox Speicher verschlüsseln. Die BoxCryptor Software gibt es für Windows, Mac, iPhone, Android und Linux.

Für jeden, der seine Daten mal anders als auf einen USB Stick sichern möchte, ist diese Variante die einfachste, um in das Thema „sicheres Datenbackup“ zu kommen. Auch für Anfänger ist es relativ einfach nachzuvollziehen, weil die Installation beider Programme einfach und relativ selbsterklärend ist. Die Verschlüsselung von BoxCryptor (deutsches Unternehmen!) ist eine AE S 128 oder 256 Bit Verschlüsselung, dass es Hintertürchen (wie bei amerikanischer Sicherheits-Software manchmal üblich ist) gibt ist nahezu unwahrscheinlich (Datenschutzgesetz). Mit so einer Lösung könnte auch ich nachts gut schlafen!

Keine Antworten

  1. 30 August, 2018

    […] und ob man der Grund-Verschlüsselung trauen kann oder nicht. Ich habe damals von BoxCryptor berichtet und beschrieben wie die Funktionsweise der Verschlüsselung ist. Der Vorteil von BoxCryptor war und ist, ist dass […]

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